Filzen ist eine der ältesten textilen Verarbeitungsmethoden der Welt.

 

Das Filzen von Bildern bietet eine faszinierende Alternative zur traditionellen Malerei. Als eine der wenigen Textilkünstlerinnen im deutschsprachigen Raum, die sich dieser Kunstform widmet, kreiere ich Gemälde mit besonderer Tiefe und Textur. Diese Technik, die weit über das bloße Zusammenspiel von Farben und Formen hinausgeht, ermöglicht es mir, Werke zu erschaffen, die sowohl visuell beeindruckend als auch haptisch erfahrbar sind. Die natürliche Beschaffenheit und Vielfalt der Wolle spricht nicht nur das Auge, sondern auch den Tastsinn an. Diese multisensorische Erfahrung ist etwas, das traditionelle Gemälde selten bieten können.

 

Im heutigen Kunstbetrieb verleiht dies meinen Bildern eine einzigartige Stellung.

 

Ein weiterer wesentlicher Aspekt meiner Arbeit ist die Nachhaltigkeit des Materials. Wolle, ein natürliches und nachwachsendes Material, steht im Einklang mit den heutigen Bestrebungen nach ökologischer Verantwortung und Nachhaltigkeit in der Kunst. Im Gegensatz zu vielen Materialien, die in der konventionellen Malerei verwendet werden, ist Wolle biologisch abbaubar und hat einen geringeren ökologischen Fußabdruck. Diese Verbindung zur Natur und der bewusste Umgang mit Ressourcen spiegeln nicht nur die Werte einer modernen Gesellschaft wider, sondern bereichern auch die künstlerische Aussage meiner Werke.

 

Durch die Kombination aus alter Handwerkstechnik und modernen, ökologischen Prinzipien stellt die Filzkunst eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft dar. Sie bewahrt die Tradition, während sie gleichzeitig eine Antwort auf die drängenden Fragen unserer Zeit bietet. Diese Synthese aus Geschichte, Handwerk und Nachhaltigkeit macht die Filzkunst zu einer außergewöhnlich relevanten und zeitgemäßen Ausdrucksform.

 

Ich lade Galerien und Kunstliebhaber dazu ein, mein Werk nicht als eine Randerscheinung zu betrachten, sondern als eine innovative und zukunftsweisende Erweiterung des Kunstspektrums. Lassen Sie uns gemeinsam die Grenzen der traditionellen Malerei erweitern und die vielfältigen Möglichkeiten erkunden, die diese Kunstform zu bieten hat.

 

Das Spiel mit der Farbe fasziniert mich schon mein ganzes Leben lang und beim Filzen kann ich mich ausleben! Naturfarbenes Vlies oder in unglaublichen Tönen prangende gefärbte Tier-, Pflanzen- und Kunstfasern - die Vielfalt ist überwältigend.

schaflocken
Mein Lockenprojekt bei der Wiener Filzfestwoche

Seht ihr die unglaubliche Vielfalt? Für meine gefilzten Bilder bevorzuge ich Bergschaf und Maori-Wolle, für andere Filzprojekte, zum Weben und Spinnen erforsche und verwende ich jedoch viele weitere Wollfasern mit den unterschiedlichsten Texturen und Eigenschaften, z. B. Jacobschaf, Bluefaced Leicester, Tunis, Manx Loaghtan, Falkland, Corriedale, Shetland, Kap-Merino, Neuseeland-Merino, Chubut, Drente Heideschaap...

Buch: "Light in the Landscape" von Peter Watson (das Bild durfte ich mit Genehmigung des Autors filzen!)

Filzen bedeutet ein Sich-Einlassen auf den Naturstoff Wolle, es erdet, macht geduldig, und hält sogar fit.

Die Herstellung von Filzbildern, das "Malen mit Wolle", ist ein langsamer Prozess, der Übung, ein gutes Auge, besonders viel Ausdauer und Konzentration erfordert - aber ungemein befriedigt, wenn etwas gelingt.

Ein gefilztes Bild muss nicht unbedingt "haltbar" sein. Oft ist ein Motiv schon perfekt, bevor es gründlich gewalkt wurde - bei einem reinen Dekorationsobjekt kein Problem. Wenn ein Bild den Zustand erreicht hat, an dem man es schön findet, ist es fertig!

Alles, was fasrig ist bzw. verfilzt werden kann und sich nicht gerade für Gebrauchsgegenstände anbietet, kann verwendet werden: Glitzerzeug, Farne, Gräser, Baumrinde... Der Experimentierfreude sind keine Grenzen gesetzt.